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Dachdeckermeister
Ingo Heimer
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Schneefanggitter

In schneereichen Wintern - besonders mit ständig wechselnden Frost- und Tauwetterperioden - besteht bei Häusern mit Sattel- oder Walmdachkonstruktionen eine enorme Gefahr des unberechenbaren Abrutschens großer Schneemengen. Um solche "Dachlawinen" nicht völlig unkontrolliert auf die Umgebung herabstürzen zu lassen, leisten Schneefanggitter oberhalb der Dachrinne eine wertvolle Hilfe.

schneefanggitter

 

Leider sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Anbringungspflicht nicht wirklich lückenlos. Häufig lassen hier kommunale Regelungen manchen Spielraum, der nicht selten zu Rechtsstreitigkeiten führt. Fakt ist: Wenn von Dächern durch Dachlawinen eine konkrete Gefährdung von Passanten auf öffentlichen Verkehrsflächen ausgeht, muss ein Schneefang angebracht werden. Sonst können auch Versicherungen den Hausbesitzer bei Unglücksfällen in die Haftung nehmen - rasch kann hier der Tatbestand "grober Fahrlässigkeit" greifen.

Im Nachbarschaftsrecht hingegen sind einvernehmliche Lösungen oft der einzige Weg zur Vermeidung von Streitfällen. Bei Grenzbebauung in ländlichen Regionen kann es etwa zu der Situation kommen, dass Schneelawinen von einem Wohnhaus die Flachdach-Garagen im Nachbargrundstück unmittelbar beeinträchtigen. Schreibt hier das kommunale Recht nicht unmissverständlich gleichfalls eine Schneefang-Einrichtung als verbindlich vor, ist es problematisch, den Nachbarn dazu zwingen zu wollen - ein Appell an die Vernunft muss dann als Ersatz dienen

Bei der Montage von Schneefanggittern muss den enormen flächigen und punktuellen Druckbelastungen durch rutschenden Schnee Rechnung getragen werden. Es ist also dafür zu sorgen, dass sowohl die Materialgüte als auch die solide Verankerungsmöglichkeit der Gitter solchen Anforderungen genügt. "Blindkäufe" von Sonderangeboten sind hier nicht empfehlenswert - eine Rückfrage bei kompetenten Dachdecker-Betrieben ist anzuraten.

Zwar ist heute wiederholt zu beobachten, dass minderwertige Holzstamm-Schnittlinge - die für die Holzindustrie nicht lukrativ zu vermarkten sind - an der Stelle von Schneefanggittern am Dachrand fixiert werden. Auf den ersten Blick mögen sie diesen Zweck zwar ebenso erfüllen, preisgünstiger sein und sogar stabiler wirken. Doch es liegen manche Nachteile auf der Hand. So sind Holzstämme schon von Natur aus schwerer als ein Metallgitter und bedürfen entsprechend stabilerer Halterungen. Lange und schwache Holzstücke verbiegen sich bekanntlich auch gerne - um dem zu begegnen, sind wiederum mehr Halterungen erforderlich. Holz saugt sich zudem rasch mit Wasser voll und erhöht den Eigendruck auf das Dach - ein metallenes Schneefanggitter hingegen lässt durch seine Schlitze bei Tauwetter das Wasser des angestauten Schnees kontinuierlich in die Dachrinne abfließen. Nicht zuletzt schreitet der Prozess der Verrottung beim Holz sehr schnell fort und bedarf einer ständigen Überwachung, damit die Sicherheitsfunktion des hölzernen Schneefangs erhalten bleibt. Metallene Schneefanggitter hingegen überleben oft Generationen, wie Beispiele aus Siedlungshäusern der 50er Jahre belegen.

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